TSV Ingolstadt-Etting - FC Geisenfeld

TSV-Ingolstadt-Etting

4:2

FC Geisenfeld

Spielbericht

FCG macht es Etting beim 4:2 leicht

"Unser Problem sind aktuell nicht die Gegner..." Dieser Kommentar von FCG-Vorstand Matthias Gabler vor dem Anpfiff, der eigentlich auf die vielen vergebenen Chancen der Vorwoche abzielte, war 90 Minuten später bittere Realität. Dabei waren die Gäste von Beginn an richtig gut drin im Spiel, waren präsent und bissig in den Zweikämpfen und schnell im Umschaltspiel. So auch in der 9. Minute, als der Ball an der Mittellinie erobert wurde und Florian Lang über links Sasa Memisevic schickte. Der zog in den Strafraum, legte perfekt auf Dennis Maier ab und es stand 0:1. Fünf Minuten später nutzte Harry Weller einen Abstimmungsfehler in der Abwehr und traf aus wenigen Metern zum 1:1. Beide Teams agierten nun absolut auf Augenhöhe, weshalb es um so unverständlicher war, dass die Streitereien innerhalb des Gästeteams wieder losgingen und nicht mehr aufhörten. Dem jungen Eyup Aslan reichte es in der 39. Minute und er stauchte die beiden Beteiligten mit den Worten "hört jetzt auf, ihr Vollidioten!" zusammen, was ihm die rote Karte einbrachte. Natürlich ist diese Regel brutal, da sie den Schlichtenden bestraft und natürlich hatte der FCG das Pech, wohl den einzigen Schiedsrichter weit und breit zu erwischen, der sich in einer solchen Situation gnadenlos und ohne Gefühl für die Situation getreu an die Paragraphen hält, aber falsch war die Karte nicht und die Quittung für den mangelnden Teamgeist, der sich schon durch die ganze Saison zieht. In Unterzahl rettete sich Geisenfeld in die Pause, auch wenn Etting in der 45. Minute noch eine Riesenchance hatte, der Ball ging aber daneben.

Trainer Franky Falkenburger versuchte, sein Team in der Pause wieder zu fokussieren, doch das gelang scheinbar nicht, denn Etting erzielte in der 47. und 49. Minute durch Bienhaus und Weller zwei einfache Tore fast ohne Gegenwehr. In der restlichen Spielzeit kann man dem Team der Gäste keinen Vorwurf machen, man stemmte sich in Unterzahl gegen die Niederlage. Die Gastgeber hingegen spielten die Überzahl nicht mehr konsequent aus und rannten oft ins Abseits. In der 59. Minute wurde es dann hektisch, als Ettings Fuhrmann an der Außenlinie mit Anlauf und beiden Beinen voran in Florian Lang hineinsprang. Der ansonsten sehr korrekt, aber kleinlich und unnahbar pfeifende Schiedsrichter beließ es bei gelb, obwohl es eine klare rote Karte war. Die Aktion war aber sowas wie ein Weckruf für die Gäste. Bilal Rihani scheiterte an Torwart Schwürzer. Dann waren wieder die Gastgeber am Zug, doch einmal rettete Torwart Alex Fink und einmal klärte er im Verbund mit seinen Vorderleuten. In der 84. Minute nutzte Ralf Günnewig ein Durcheinander im Strafraum und lupfte den Ball zum 3:2 in die lange Ecke. Nun warf Geisenfeld noch mal alles nach vorne, doch in der 91. Minute nutzte erneut Weller einen Konter zum 4:2. Geisenfelds David Feistenberger sah dann noch gelb-rot, da er versucht hatte, Weller auf dem Weg zum Tor zu foulen.

Der FC Geisenfeld zeigte auch im dritten Spiel nach der Winterpause eine gute Leistung, brachte sich aber selber um Zählbares. Eine Woche vor dem wichtigen Spiel gegen den im Aufwind befindlichen TSV Hohenwart steht die Mannschaft nun vor einer Entscheidung: Schafft man es endlich, persönliche Differenzen während der Spiele beiseite zu lassen und als Team aufzutreten, machen die an sich guten Leistungen Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Zerfleischt man sich aber weiterhin selbst, wird man einen der unnötigsten und unwürdigsten Abstiege der Vereinsgeschichte produzieren. Die Gegner sind aktuell in der Tat nicht das Problem, denn sieben bis neun Punkte wären seit dem Winter absolut drin gewesen.

Matthias Gabler
Weitere Informationen